Mobilität im Wahlkreis 27: Bus, Rufbus und Bahn – Frage an Birgit Hesse
Thema 5 · Stadt, Dörfer und Küste verbinden
Mobilität im ländlichen Raum: Wie verbessern wir Bus, Rufbus, Bahn und gute Wege?
Mobilität entscheidet darüber, ob Arbeit, Schule, Ärzte, Einkauf und Freizeitangebote erreichbar sind. Im weitläufigen Wahlkreis Nordwestmecklenburg I ist sie deshalb eine zentrale Frage der Lebensqualität.
Mobilität bedeutet gesellschaftliche Teilhabe
Wer ein eigenes Auto besitzt, nimmt viele Wege im Alltag als selbstverständlich wahr. Für Schülerinnen und Schüler, Jugendliche, ältere Menschen oder Haushalte ohne eigenes Fahrzeug sieht die Situation anders aus. Für sie entscheidet der öffentliche Verkehr unmittelbar darüber, welche Angebote erreichbar sind.
Im Wahlkreis 27 liegen Städte, Küstenorte und zahlreiche kleinere Gemeinden teilweise viele Kilometer auseinander. Deshalb braucht Nordwestmecklenburg andere Mobilitätslösungen als eine Großstadt. Ein dichter Takt auf jeder Dorfstraße wäre kaum realistisch. Gleichzeitig darf die Größe eines Wohnortes nicht automatisch bedeuten, dass Menschen ohne Auto kaum mobil sein können.
Nahverkehrsplan 2026 bis 2035 schafft einen langfristigen Rahmen
Der Landkreis Nordwestmecklenburg hat den regionalen Nahverkehrsplan für den Zeitraum 2026 bis 2035 aufgestellt. Damit wird der öffentliche Personennahverkehr für einen langen Zeitraum strategisch geplant. Der Leistungsbeginn des entsprechenden neuen Verkehrsrahmens erfolgte zum 1. Januar 2026.
Solche langfristigen Planungen sind wichtig, weil Busverkehr nicht jährlich neu erfunden werden kann. Fahrzeuge, Personal, Betriebshöfe, Linienkonzepte und Verträge benötigen Verlässlichkeit. Zugleich sollte ein Nahverkehrsplan flexibel genug bleiben, um auf neue Wohngebiete, Schulstandorte oder veränderte Pendlerströme zu reagieren.
NAHBUS verbindet rund 2.000 Haltestellen im Landkreis
NAHBUS ist das kommunale Verkehrsunternehmen des Landkreises Nordwestmecklenburg. Nach aktuellen Unternehmensangaben werden rund 2.000 Haltestellen im Landkreis bedient. Zusätzlich gibt es 33 Rufbuslinien.
Rufbusse sind für dünner besiedelte Gebiete besonders interessant. Sie fahren bedarfsgesteuert und können so Verbindungen anbieten, für die ein großer Linienbus zu bestimmten Zeiten nicht wirtschaftlich wäre. Aktuell müssen Fahrten grundsätzlich mindestens eine Stunde vorher bestellt werden; für bestimmte Anforderungen gelten längere Vorlaufzeiten.
Neue Regiobus-Verbindungen seit August 2026
Mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 wurden mehrere NAHBUS-Linien zum Regiobus MV aufgewertet beziehungsweise umbenannt. Für den Wahlkreis besonders relevant ist die Verbindung zwischen Wismar, Boltenhagen und Grevesmühlen. Die bisherige Linie 240 trägt seit dem 24. August 2026 die Bezeichnung mv66.
Auch die Verbindung zwischen Wismar und Grevesmühlen wurde als Regiobus aufgewertet. Damit erhalten zentrale Verkehrsachsen der Region eine stärkere Bedeutung im landesweiten System.
Gerade die Verbindung Grevesmühlen–Boltenhagen kann mehrere Ziele gleichzeitig unterstützen: Sie dient dem Alltag der Bevölkerung, ermöglicht Beschäftigten den Weg zu touristischen Arbeitsplätzen und bietet Gästen eine Alternative zum Auto.
Grevesmühlen setzt Stadtbuslinie 30 fort
Auch auf kommunaler Ebene gibt es 2026 eine konkrete Entscheidung. Die Stadtvertretung Grevesmühlen beschloss im April den Weiterbetrieb der Stadtbuslinie 30 auf Grundlage eines neuen Vertrages mit NAHBUS, rückwirkend zum 1. Januar 2026.
Der Anrufbus im Stadtgebiet existiert bereits seit 2018. Die Fortführung zeigt, dass flexible Verkehrsangebote auch innerhalb eines Mittelzentrums eine wichtige Ergänzung sein können.
Mobilität muss verschiedene Verkehrsmittel verbinden
Ein moderner ländlicher Verkehr sollte nicht ausschließlich aus einzelnen Buslinien bestehen. Wichtig sind gute Anschlüsse. Wer vom Dorf mit dem Rufbus nach Grevesmühlen fährt, sollte möglichst unkompliziert in einen Regiobus oder Zug umsteigen können. Sichere Fahrradabstellmöglichkeiten an Bahnhöfen oder zentralen Haltestellen können ebenfalls helfen.
Radverkehr spielt vor allem für kürzere Entfernungen eine Rolle. Sichere Wege zwischen Orten erhöhen nicht nur die Alltagsmobilität, sondern sind auch für den Tourismus interessant. Gerade im Klützer Winkel können touristischer Radverkehr und Alltagswege gemeinsam von guten Verbindungen profitieren.
Schülerverkehr und Ausbildung
Für Familien ist die Erreichbarkeit von Schulen ein zentraler Punkt. Jugendliche sind oft auf den Bus angewiesen, wenn sie eine weiterführende Schule oder Ausbildungsstelle besuchen. Fahrpläne müssen deshalb mit Unterrichtszeiten und möglichst auch mit Ganztagsangeboten zusammengedacht werden.
Noch schwieriger kann die Situation bei der Berufsausbildung sein. Ausbildungsbetriebe liegen nicht immer an klassischen Schulbusachsen und Arbeitszeiten beginnen teilweise früh. Gute Mobilität ist deshalb auch ein Beitrag zur Fachkräftesicherung.
Mobilität für ältere Menschen
Mit zunehmendem Alter kann Autofahren schwieriger oder unmöglich werden. Gleichzeitig bleiben Arztbesuche, Einkauf, soziale Kontakte und Behördentermine notwendig. Ein verlässlicher öffentlicher Verkehr hilft älteren Menschen dabei, länger selbstständig zu leben.
Rufbusmodelle können hier Vorteile bieten. Wichtig ist allerdings, dass Bestellung und Nutzung verständlich bleiben und neben digitalen Möglichkeiten weiterhin telefonische Wege vorhanden sind.
Baustellen zeigen die Bedeutung robuster Verbindungen
2026 führten Bauarbeiten an der B104 zwischen Rehna und Roduchelstorf zeitweise zu Änderungen im Busverkehr. Solche Situationen verdeutlichen, dass Mobilitätsplanung auch auf Umleitungen und Einschränkungen reagieren können muss. Gute Fahrgastinformation ist dann besonders wichtig.
10 Themen – Frage 5 an Birgit Hesse
Wie wollen Sie die Mobilität im Wahlkreis 27 weiter verbessern, damit Bahn, Bus, Rufbus, Fahrrad und Straßenverkehr besser zusammenspielen und auch Menschen in kleineren Orten zuverlässig Arbeit, Schule, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote erreichen können?
Mobilität verbindet weitere Zukunftsthemen
Gute Verkehrsangebote stärken Wirtschaft, Bildung, Tourismus und medizinische Versorgung gleichzeitig. Ein Unternehmen findet leichter Beschäftigte, wenn der Arbeitsplatz erreichbar ist. Ein touristischer Ort profitiert, wenn Gäste ohne Auto anreisen können. Jugendliche erhalten mehr Ausbildungsoptionen, ältere Menschen mehr Selbstständigkeit.
Deshalb gehört Mobilität zu den Themen, bei denen sich Investitionen besonders breit auswirken können. Für Nordwestmecklenburg geht es darum, vorhandene Angebote schrittweise besser zu vernetzen und neue flexible Lösungen dort einzusetzen, wo klassische Linien an Grenzen stoßen.
FAQ – Mobilität in Nordwestmecklenburg I
Wie viele Haltestellen bedient NAHBUS?
NAHBUS nennt aktuell rund 2.000 Haltestellen im gesamten Landkreis Nordwestmecklenburg.
Wie viele Rufbuslinien gibt es?
Nach aktuellen Angaben des Verkehrsunternehmens stehen 33 Rufbuslinien zur Verfügung.
Welche Verbindung führt nach Boltenhagen?
Die frühere Linie 240 zwischen Wismar, Boltenhagen und Grevesmühlen heißt seit dem 24. August 2026 Regiobus mv66.
Bleibt der Grevesmühlener Stadtbus bestehen?
Ja. Die Stadtvertretung beschloss 2026 den Weiterbetrieb der Stadtbuslinie 30 auf Basis eines neuen Vertrages mit NAHBUS.
Quellen und weiterführende Informationen
NAHBUS – Fahrplan und Regiobus

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